Interview mit Barbara Engleder

Frau Barbara Engleder, frühere Lechner ist im Raum Rottal-Inn und weit über die Grenzen hinaus, als erfolgreiche Sportgewehrschützin bekannt. An über 20 Weltcups, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften nahm sie schon teil. Bis heute hielt die bodenständige Trifternerin der Heimat die Treue.


1. Frau Engleder, wie sind Sie auf den Schießsport Luftgewehr aufmerksam geworden?

Mein Vater ist seit Jahren Mitglied im Schützenverein. Da ich, als ich noch jünger war, kein anderes Hobby hatte, nahm er mich eines Tages mit in das Jugendtraining der Bergschützen Voglarn. Ich war sofort begeistert und bin seither Mitglied.
 
2. Wie lange betreiben Sie nun schon den Schießsport?

Leider weiß ich das nicht genau, aber meine erste Urkunde stammt aus dem Jahr 1994. Deswegen schätze ich, dass ich seit mindestens 20 Jahren den Schießsport betreibe.

3. In welchen Vereinen sind Sie vertreten?

Je treffsicherer man schießt, desto aufmerksamer werden andere Vereine. Viele Klubs freuen sich über meine Mitgliedschaft und ich bin gerne dabei. Daher bin ich Mitglied bei fünf Schützenvereinen und zwei weiteren Vereinen, in denen kein Schießsport ausgeübt wird.

4. Welche Fähigkeiten prägt man bei dem Schießsport Luftgewehr aus?

Die Konzentration wird stark verbessert. Man lernt, andere Dinge auszublenden, wenn sie gerade stören. Diese Eigenschaft kommt Schülern auch beim Lernen zugute.
Ein Schütze muss ruhig sein und seine Aufregung kontrollieren können. Auf Präzision wird ebenfalls viel Wert gelegt und man trainiert, seine Muskeln zu kontrollieren.

5.  Wie beschreiben Sie den Sport Luftgewehr mit wenigen Worten?

Er ist sehr mitreißend, präzise und er macht abhängig.

6. Übernehmen Sie des Öfteren besondere Aufgaben im Verein?

Da ich bereits seit langer Zeit ein sehr aktives Mitglied bin, ist es für mich selbstverständlich, Verantwortung im Verein zu übernehmen. Lange und oft war ich Jugend- und Nationalkader Sprecherin. Nun versuche ich, wenn es mir möglich ist, Trainerfertigkeiten für Jungschützen weiterzugeben und sie zu schulen.

7. Was können Sie den Jugendlichen an Ratschlag vermitteln, wenn es mal nicht so einfach ist und man kurz vorm Verzweifeln ist?

Ein Schütze darf niemals aufgeben. Jeder Tag ist anders und schlechte Zeiten müssen erst überwunden werden, um erfolgreich zu werden. Den Erfolg erzwingen kann man nicht, aber Beständigkeit zahlt sich aus.

8. Wie oft waren Sie schon bei der Olympia vertreten?

Insgesamt habe ich bereits drei Mal an den olympischen Spielen teilgenommen: Das erste Mal war 2004 in Athen, dann war ich 2008 in Peking dabei und 2012 in London.

9. Was waren Ihre größten Erfolge?

2010 wurde Ich Weltmeister im KK 3*20 Einzel in München. Ich wurde im Jahr 2005 Europameisterin im Luftgewehr in Tallin. Damals war ich die erste Europäerin, die 400 Ringe erzielt hat.

10. Konnten Sie Ihre Fähigkeiten, die Sie bei dem Sport erzielt haben, im Leben gebrauchen und anwenden?

Ja und dies jeden Tag. Dabei denkt man an Dinge, die einem passiert sind und an das damalige Verhalten. Das Schießen hat mich sehr geprägt. Ich wäre nicht Ich, wenn ich das Schießen nicht angefangen hätte und deshalb ist die Antwort: „Ja, jeden Tag“!

Ihre Erfolge:

  • 2004 Teilnahme an den Olypmischen Spielen in Athen
  • 2008 Teilnahme an den Olympischen Spielen in London
  • 2010 1. Platz Weltmeisterschaft Einzel KK 3x20
  • 2005 1. Platz Europameisterschaft Einzel Luftgewehr
  • Einstellung des Weltrekords mit 400 Ringen
  • Mehrmalige Gewinne mit der Mannschaft bei EMs und WMs
  • Gewinn der Bundesliga mit dem Post SV Plattling und der FSG "Der Bund" in den Jahren 2010/2011

Interview mit Django Asül

Herr Django Asül,

sie sind ein bekannter türkischer Kabarettist mit niederbayerischem Dialekt. So kennt man Sie in ganz Deutschland, aber auch über die Landesgrenzen hinaus.

Was nicht alle wissen, Sie spielen seit vielen Jahren Tennis beim TC Hengersberg und haben als Tennislehrer gearbeitet. Als Tennisspieler schafften Sie den Aufstieg in die 2. Bundesliga bei den
Herren 30 mit dem TC Ausstellungspark München. Auch als Sportkolumnist machten Sie sich einen Namen. Uns würde heute mehr ihre sportliche Seite interessieren. Wir sind der Meinung, dass Aktivitäten im Verein zur Persönlichkeitsbildung von jungen Menschen beitragen und Jugendvereinsarbeit deshalb ein wichtiger Bereich unserer Gesellschaft ist. Können Sie dies bestätigen?

In einem Verein hat man mit Menschen und mit Sport zu tun. Und nur wer sich anstrengt, wird auf beiden Feldern Erfolg haben. Durch die Jugendarbeit im Verein gibt man Jugendlichen eine zweite Heimat. Dieses Wohlfühlklima ist nicht zu unterschätzen. Gerade wenn man mal daheim mit den Eltern eher eine schwierige Phase hat. Im Verein ist man da sicher besser aufgehoben als am Bahnhofskiosk oder im Bushäuschen.

In welchem Alter begannen sie Tennis zu spielen?

Ich begann 1984 im Alter von 12 Jahren an der Ballwand des TC Hengersberg mit einem alten ausgeliehenen Schläger.

Wieso fiel ihre Wahl auf Tennis?

Bis dahin spielte ich Fußball beim TSV Hengersberg. Zum Tennis kam ich durch Zufall, als ich im Fernsehen am Nachmittag das Hamburger Tennisturnier sah und mir auffiel, wie variantenreich dieser Sport ist. Da ich keinen Trainer hatte, wurde ich nicht der große Künstler auf dem Tennisplatz, sondern kopierte eher Mats Wilander in puncto Zähigkeit, Geduld und Laufarbeit. Ich glaube, das ist heute noch so. Darum halte ich mich auch heute noch mit Joggen und Dehnübungen fit.

Waren oder sind Sie auch noch Mitglied in anderen Vereinen außer dem Tennisverein?

Da ich viel in München zu tun habe, bin ich auch seit einigen Jahren Mitglied im MTTC Iphitos und spiele dort fast öfter als in Hengersberg.

Was fällt Ihnen zu den folgenden Schlagwörtern in Bezug auf Jugendarbeit im Verein ein:

Sinnvolle Freizeitbeschäftigung
Kinder und Jugendliche müssen und wollen neben der Schule beschäftigt werden. Da macht ein Verein prophylaktische Sozialarbeit ersten Ranges.

Integration
Hier in Hengersberg leisten sowohl Fußball-, als auch Tennis- und andere Vereine einen großen Beitrag zur Integration aller. Egal wo die Herkunft liegen mag.

Schönstes Erlebnis im Verein
Da mag ich gar kein einzelnes Erlebnis hervorheben, weil es so viele sind. Jedenfalls kann ich den TC Hengersberg wirklich loben, wie effektiv und ohne große Anstrengung er zu meiner Persönlichkeitsentwicklung beigetragen hat. Umso schöner, dass das heute nicht anders ist, wenn ich
mir die herausragende Jugendarbeit anschaue.

Übernahmen Sie als Jugendlicher auch Aufgaben im Verein?

Im Frühjahr und im Herbst war es natürlich Pfl icht und Ehre zugleich, beim Herrichten der Plätze zu helfen. Wobei wir im Frühjahr natürlich engagierter waren als im Herbst.

Konnten Sie Fähigkeiten, die Sie im Verein erworben haben, in ihrer Ausbildung als Bankkaufmann und später als Kabarettist gebrauchen?

Ab meinem 12. Lebensjahr war ich quasi täglich auf der Tennisanlage. Das prägt natürlich schon das Sozialverhalten. Ich war weder im Tennisclub noch später in der Sparkasse oder jetzt als Kabarettist
bekannt für unkollegiales Verhalten.

Welche drei wegweisenden Punkte können und wollen Sie den jungen Leuten, die gerade eine Orientierung – sei es berufl ich oder privat – suchen, geben?

Man muss sich immer einsetzen. Ob in der Schule, in der Familie oder im Beruf. Nur wer permanent an sich und an seinem Verhältnis zu Mitmenschen und zum Beruf oder zur Schule arbeitet, kann privat wie
auch berufl ich Zufriedenheit ernten.

Vielen Dank Herr Django Asül. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.